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Ein Züricher machte für die Forschung 180 Zahnarztbesuche im Jahr 2016

Eine ETH-Studie zeigt, dass jede dritte Zahnbehandlung unnötig ist. Trug der Testpatient einen teuren Anzug, wurde im seltener eine Überbehandlung angeboten als wenn er einen Kapuzenpulli trug.

Der Testpatient hatte sich vorgängig gründlich abklären lassen. Die Vertrauensärzte stellten geringes Karies fest, das sich mit gutem Putzen stabilisieren lässt. Die Hälfte der 180 Zahnärzte sahen sich einem Mittzwanziger im edlen Anzug und mit teuren Accessoires gegenüber, der sich als Übersetzer bei einer Bank ausgab. Die andere Hälfte untersuchte einen Kapuzenpullover tragenden Übersetzungsstudent.

Mehr als jeder vierte Zahnarzt empfahl eine Überbehandlung, die in Mehrkosten für den Patienten enden würde. Insgesamt wurden dem Patienten Füllungen an 13 unterschiedlichen Zähnen vorgeschlagen. Die veranschlagten Kosten der Behandlungen betrugen im Durchschnitt 535 CHF. Bei einem Zahnarzt hätte der Patient für zwei Füllungen sogar 1’750 CHF bezahlen sollen. Im Anzug und mit teurem Handy legten ihm die Zahnärzte weniger oft eine Überbehandlung nahe, als wenn er mit Kapuzenpulli und in Turnschuhen erschien.

Quellle: SSRN: Health Services as Credence Goods: A Field Experiment; Handelszeitung Blog: Zürcher Zahnärzte nutzen Patientenvertrauen aus

Hans-Peter Roost
Hans-Peter Roost
Langjährige Erfahrung in Infektiologie in der medizinischen Grundlagenforschung und in der öffentlichen Gesundheit. Leitende Funktionen Privatwirtschaft sowie Bundesamt für Gesundheit, Gesundheits- und Sozialdepartement Kanton Luzern
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