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Eine hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeiter reduziert die Compliance der Händehygiene

Ein wesentlicher Risikofaktor für nosokomialen Infektionen ist die unzureichende Händehygiene der Mitarbeiter. 30-50% der nosokomialen Infektionen könnten durch eine Verbesserung der Händehygiene vermieden werden. Eine neue Studie des Universitätsspitals Basel belegt, dass eine hohe Arbeitsbelastung wesentlich zu einer niedrigeren Compliance der Händehygiene beiträgt.

Die Händehygiene stellt jede Arzt- und Zahnarztpraxis, jede Klinik, jedes ambulante OP-Zentrum und jede andere medizinische Einrichtung vor grosse Herausforderungen – und bietet gleichzeitig ein enormes Verbesserungspotenzial für das Hygienemanagement. Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge könnten 5 bis 8 Millionen Menschenleben jährlich gerettet werden, wenn Zahnärzte, Ärzte und Klinikpersonal sich die Zeit für die notwendige Händehygiene nehmen würden. Sie dauert nur wenige Sekunden, aber sie kann über Leben und Tod entscheiden.

Trotz Anstrengungen der internationalen und nationalen Gesundheitsbehörden liegt die durchschnittliche Compliance der Händehygiene bei ca. 40%. Die Studie des Universitätsspitals Basel verwendete neue Methoden der objektiven kontinuierlichen Messung der Arbeitsbelastung und der entsprechenden Compliance der Händehygiene.

Die interessanten Resultate belegen eine inverse Beziehung zwischen der Arbeitsbelastung und der Compliance der Händehygiene. Aufgrund der Studie könnte die Reduktion von Arbeitsüberbelastung wesentlich zur Verbesserung der Händehygiene beitragen.

Quelle: S. Scheithauer et. al., Journal of Hospital Infection 97 (2017) 11-16

Quelle (Bild): HandInScan Zrt. (Hungary)

Hans-Peter Roost
Hans-Peter Roost
Langjährige Erfahrung in Infektiologie in der medizinischen Grundlagenforschung und in der öffentlichen Gesundheit. Leitende Funktionen Privatwirtschaft sowie Bundesamt für Gesundheit, Gesundheits- und Sozialdepartement Kanton Luzern
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