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Multiresistente Erreger verursachen hohe Mehrkosten in der Neurorehabilitation

Die Zahl von Patienten mit multiresistenten Erregern (MRE) in Rehabilitationseinrichtungen nimmt zu. Der dadurch steigende hygienemedizinische Mehraufwand mindert Ressourcen für rehabilitative Kernleistungen.

Krankenhäuser versorgen in den letzten Jahren zunehmend Patienten mit multiresistenten Erregern (MRE) wie methicillinresistentem Staphylococcus aureus (MRSA) oder gramnegative Bakterien, die gegen 3 oder 4 Klassen von Antibiotika resistent sind. Daten der Surveillance-Systeme des Nationalen Referenzzentrums zeigen, dass durch aktives Screening immer mehr Patienten bereits bei Krankenhausaufnahme als MRE-Träger identifiziert werden, während die Häufigkeit der nosokomial nachgewiesenen Träger stagniert. Die Isolation von Patienten mit MRE und anderen antibiotikaassoziierten mikrobiologischen Herausforderungen wie Clostridium-difficile-Erkrankungen trägt zum Schutz nicht betroffener Patienten und des medizinischen Personals bei. Diese Massnahmen benötigen jedoch erhebliche zusätzliche Ressourcen. Die Zunahme an Patienten mit MRE in Akutkrankenhäusern führt auch zu einer vermehrten Nachfrage nach Rehabilitationsplätzen für diese Patienten. Angesichts einer Besiedlungsrate von 10% bindet dieser Mehraufwand annähernd ein Zehntel des Gesamtbudgets der Rehabilitations-einrichtungen und wird mit Zunahme von MRE-Besiedlungszahlen weiter steigen. Die Aufnahme von Patienten mit MRE in Neurorehabilitationskliniken verursacht Mehrkosten in einem Ausmass, das die Fähigkeit der Kliniken zur rehabilitativen Kernleistung kritisch beeinträchtigt.

Quellen: Bundesgesundheitsblatt, Ausgabe 10/2017

Hans-Peter Roost
Hans-Peter Roost
Langjährige Erfahrung in Infektiologie in der medizinischen Grundlagenforschung und in der öffentlichen Gesundheit. Leitende Funktionen Privatwirtschaft sowie Bundesamt für Gesundheit, Gesundheits- und Sozialdepartement Kanton Luzern
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